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Die folgenden Informationen und Beschreibungen wurden von Yvonne Ziegler-Meyer im Alter von 17 Jahren zusammengetragen.
Yvonne hat ihre "Erinnerungen an Alexandra" als Geschenk an Nikolai Nefedov in die USA geschickt, der ihr herzlichst daf├╝r dankte.
Nun kam dieses Geschenk wieder zur├╝ck nach Deutschland durch Alexander Nefedov, der mich bat, es auf der Alexandra-Welt f├╝r alle lesbar zu ver├Âffentlichen.

 

Erinnerungen an Alexandra

von Yvonne Ziegler (17 Jahre), 1983Alexandra
Alexandra, die mit b├╝rgerlichem Namen Doris Alexandra Treitz hie├č, wurde am 19. Mai 1942 in Heydekrug im Memelland geboren. Sie war noch nicht einmal ein Jahr alt als ihre Eltern mit ihr und den beiden Schwestern Marianne und Melitta nach Kiel fl├╝chteten. Dort wuchs Doris auch auf. Als kleines M├Ądchen w├╝nschte sie sich immer, sp├Ąter einmal Raubtierdompteuse zu werden (ihre Lieblingstiere waren die Tiger und L├Âwen). Danach wollte sie Grafikerin werden.
Doris wusste schon fr├╝h, was sie wollte, sie wollte Theater spielen, sie tat es mit sechs Jahren, sie spielte f├╝r eine Gage von 60 Pfennig den kleinsten der sieben Zwerge in Schneewittchen. Danach wollte sie singen, dies tat sie dann mit 10-11 Jahren in einem Kieler Kirchenchor, der auf Hochzeiten jubilierte.
Mit 17 Jahren jobte sie als Zimmerm├Ądchen, um sich eine Gitarre kaufen zu k├Ânnen. Kaum beherrschte sie ihre Gitarre, als sie auch schon eigene Kompositionen und Texte schrieb. Dies und ihr 8j├Ąhriger Klavierunterricht waren ihre erste wichtigen Schritte f├╝r ihre sp├Ątere Karriere.
Mit 18 Jahren traf sie durch Zufall ihren sp├Ąteren Ehemann, der als Vertreter sein Geld verdiente. Doris, die sich oft in russischen Restaurants aufhielt, wurde von einem Kellner gefragt, ob sie etwas dagegen habe, wenn sich der Exilrusse Nikolai Nefedov zu ihr setzen w├╝rde, da er gerne mal mit jemandem in seiner Muttersprache spr├Ąche. Doris sagte zu, denn sie liebte alles Russische. Doch bei diesem einen Treffen blieb es nicht, Nikolai konnte und wollte ihr zu russischen Zigeunerliedern verhelfen. So erschien er eines Tages bei Doris Mutter mit Blumen und Liedernoten.
In der Zwischenzeit hatte Doris die Schule beendet, und arbeitete nun einige Zeit als Layouterin einer R├Ątselzeitung in Hamburg, wo sie auch wohnte, doch ihr Chef feuerte sie, weil sie nur traurige Lieder im Kopf habe. Dann erf├╝llte sie sich einen Kindertraum und arbeitete einige Zeit als Grafikerin in der Modebranche.
Mit 20 Jahren heiratete sie dann 1962 den um 30 Jahren ├Ąlteren Nikolai Nefedov nach russisch orthodoxem Ritus.