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Die folgenden Informationen und Beschreibungen wurden von Yvonne Ziegler-Meyer im Alter von 17 Jahren zusammengetragen.
Yvonne hat ihre "Erinnerungen an Alexandra" als Geschenk an Nikolai Nefedov in die USA geschickt, der ihr herzlichst dafĂŒr dankte.
Nun kam dieses Geschenk wieder zurĂŒck nach Deutschland durch Alexander Nefedov, der mich bat, es auf der Alexandra-Welt fĂŒr alle lesbar zu veröffentlichen.

 

Erinnerungen an Alexandra

von Yvonne Ziegler (17 Jahre), 1983Alexandra
Alexandra, die mit bĂŒrgerlichem Namen Doris Alexandra Treitz hieß, wurde am 19. Mai 1942 in Heydekrug im Memelland geboren. Sie war noch nicht einmal ein Jahr alt als ihre Eltern mit ihr und den beiden Schwestern Marianne und Melitta nach Kiel flĂŒchteten. Dort wuchs Doris auch auf. Als kleines MĂ€dchen wĂŒnschte sie sich immer, spĂ€ter einmal Raubtierdompteuse zu werden (ihre Lieblingstiere waren die Tiger und Löwen). Danach wollte sie Grafikerin werden.
Doris wusste schon frĂŒh, was sie wollte, sie wollte Theater spielen, sie tat es mit sechs Jahren, sie spielte fĂŒr eine Gage von 60 Pfennig den kleinsten der sieben Zwerge in Schneewittchen. Danach wollte sie singen, dies tat sie dann mit 10-11 Jahren in einem Kieler Kirchenchor, der auf Hochzeiten jubilierte.
Mit 17 Jahren jobte sie als ZimmermĂ€dchen, um sich eine Gitarre kaufen zu können. Kaum beherrschte sie ihre Gitarre, als sie auch schon eigene Kompositionen und Texte schrieb. Dies und ihr 8jĂ€hriger Klavierunterricht waren ihre erste wichtigen Schritte fĂŒr ihre spĂ€tere Karriere.
Mit 18 Jahren traf sie durch Zufall ihren spĂ€teren Ehemann, der als Vertreter sein Geld verdiente. Doris, die sich oft in russischen Restaurants aufhielt, wurde von einem Kellner gefragt, ob sie etwas dagegen habe, wenn sich der Exilrusse Nikolai Nefedov zu ihr setzen wĂŒrde, da er gerne mal mit jemandem in seiner Muttersprache sprĂ€che. Doris sagte zu, denn sie liebte alles Russische. Doch bei diesem einen Treffen blieb es nicht, Nikolai konnte und wollte ihr zu russischen Zigeunerliedern verhelfen. So erschien er eines Tages bei Doris Mutter mit Blumen und Liedernoten.
In der Zwischenzeit hatte Doris die Schule beendet, und arbeitete nun einige Zeit als Layouterin einer RĂ€tselzeitung in Hamburg, wo sie auch wohnte, doch ihr Chef feuerte sie, weil sie nur traurige Lieder im Kopf habe. Dann erfĂŒllte sie sich einen Kindertraum und arbeitete einige Zeit als Grafikerin in der Modebranche.
Mit 20 Jahren heiratete sie dann 1962 den um 30 Jahren Àlteren Nikolai Nefedov nach russisch orthodoxem Ritus.


Am 26. Juni 1963 brachte sie ihren Sohn Alexander zur Welt, den sie immer zÀrtlich "Sascha" nannte. Als Alexander nach russisch orthodoxem Ritus getauft wurde (Taufmutter war Antonia Ortel, eine gute Bekannte der Familie), kriselte es bereits in der Ehe seiner Eltern. Nach gut einem Jahr Ehe bittet Doris 1963 ihren Ehemann um die Scheidung. Nikolai sagte nach der Scheidung: "Doris war ruhelos, wollte Erfolg." Er sagte auch, dass ein Exilrusse, dessen Frau weglÀuft, der einsamste Mensch auf der Welt sei.
Nach der Scheidung behielt Alexandra ihren Sohn und den Namen Nefedov. Sie lebte jetzt wieder mit ihrer Mutter zusammen, arbeitete als Angestellte einer Autovermittlung. Nach Dienstschluss um 17.00 Uhr besuchte sie die Margot Höpfner {Westphal} Schauspielschule. Bei Peter Anders junior nahm sie Gesangsunterricht. Doris wurde zur OpernsĂ€ngerin ausgebildet, doch sie hielt sich fĂŒr eine solche nicht geeignet, sie wollte lieber etwas Ruhigeres singen, was zu ihr passe und ihrem Wesen entsprĂ€che. Auch ließ sich Doris im Fechten und Mimik ausbilden. Lernte bei Margot Höpfner KostĂŒmkunde, richtige Atem- und Sprech-Technik, einfach alles, was eine spĂ€tere Schauspielerin wissen muss.
Sie spielte in NeumĂŒnster (bei Hamburg und Kiel) sechs Wochen lang Theater in dem StĂŒck "Die KĂ€fige". Auch spielte sie mal das Gretchen in Faust.
In NeumĂŒnster erhĂ€lt sie auch von einem Bekannten per Telefon die Nachricht, dass der Plattenproduzent Fred Weyrich Nachwuchstalente suche, sie könne doch so schön zur Gitarre singen und ob sie es nicht einmal versuchen wolle!? Doris nahm ihre Gitarre und fuhr skeptisch nach Hamburg. Dort sang sie Fred Weyrich ein halbe Nacht lang auf russisch, hebrĂ€isch, italienisch, französisch, englisch und auf deutsch vor. Fred Weyrich nahm diese meist von Doris geschriebenen und selbst komponierten Lieder, die sie nur in Gitarrenbegleitung sang, auf und verwendete diese aber erst nach ihrem Tod. Als Doris am nĂ€chsten Tag zurĂŒckfuhr, steckte in ihrer Handtasche ein 5-Jahresvertrag mit der Phonogram.
Hansi J. Hoffmann arbeitete 30 Monate als Werbe-Fotograf an ihrer Seite. Dies waren zweieinhalb turbulente Jahre mit Alexandra. In denen er Doris Alexandra kennen und schÀtzen lernte. Er sagte spÀter, wie auch andere Kollegen, von ihr: "Alexandra brauchte Zeit zum Vertrauen, fand sie es, öffnete sie ihr Herz."
Sie konnte leise weinen und klug Rat suchen. Sie war kumpelhaft und freundlich, sie lachte und scherzte viel, konnte aber auch im nĂ€chsten Augenblick sehr nachdenklich, fast melancholisch sein. Doch sie besaß auch andere starke Charaktereigenschaften, sie war von Grund auf ehrlich und hasste es, wenn man log. Sie sagte jedem ehrlich und sofort ihre Meinung, egal wie und worĂŒber.
FrĂŒher, das war bis 1967 bzw. 1968, musste sie sich oft ĂŒberlegen, ob sie in einem CafĂ© Kakao trinken und zu Fuß nach Hause gehen oder mit dem Bus fahren sollte. FĂŒr Beides reicht oft ihr (privates) Geld nicht aus.


Die erste Schallplatte, die Fred Weyrich mit ihr aufnahm, war die Langspielplatte "Premiere mit Alexandra".
Alexandra fuhr, kaum dass sie aus den Startlöchern heraus war, mit Hazy Osterwald auf grosse Russland-Tournee, um dort BĂŒhnenerfahrungen zu sammeln. In der Sowjetunion sang sie sich auf russisch in die Herzen aller Anwesenden. Sie lachte und weinte auf der BĂŒhne. Sie gab alles, und das war viel. Oft kam es vor, dass sie nach einer Show oder einem Auftritt vor Erschöpfung in einem Sessel einschlief.
Als Alexandra zurĂŒck nach Deutschland kam, fand sie einen vollen Terminkalender vor. Der Top-Manager Hans Rudolf Beierlein nahm sie unter seine Fittiche. Ihre erste LP kam gut beim Publikum und den Hörern an. Alexandra sagte zu Anfang: "Die Platte ist gut! Wenn sie bei dem Publikum nicht ankommt, so war dies meine erste und letzte Platte!".
Sie kam gut an. Bis heute, 14 Jahre nach ihrem Tod, erschienen gut 14 Alexandra-LPs. Musikclubs usw. greifen oft auf das Zugpferd Alexandra zurĂŒck und pressen neue Platten! Nun gab es aber auch schon Singles von Alexandra, das Lied "Zigeunerjunge" und "Sehnsucht", auch "Lied der Taiga" genannt, stand wochenlang unter den ersten 10 PlĂ€tzen in den Hit- und Schlager-Paraden.
Ihre Lieder wurden schnell zu einem Begriff, nicht nur in Deutschland, auch im Ausland. In Frankreich wurde "Zigeunerjunge" (Zigane) gespielt. Deutschlands Zeitungen nannten die 1,72 m grosse SĂ€ngerin den "Senkrechtstarter".
Selten wurde eine SĂ€ngerin in gleichem Maße vom Publikum und Kritikern gefragt und gemocht wie Alexandra. Alexandra-Fan-Clubs schossen wie Pilze aus dem Boden! Alexandra, die ihre Karriere an und fĂŒr sich im Ausland begann, drohte Frankreichs Chanson-Idol vom Schlagerthron zu stossen. Zu Anfang ihrer Karriere trat sie mit Gilbert Becaud in "Monsieur 100.000 Volt" auf (am 10. MĂ€rz 1968). War bekannt mit den großen SĂ€ngern Frankreichs, Gilbert Becaud, Adamo, usw. Man sagte in der Schlagerwelt, dass mit Alexandra ein Stern geboren wurde, der heller strahlte als alles, was bisher da war.
Schon auf Alexandras "zweiter" LP (siehe ErklĂ€rungen auf der Alexandra-Welt, unter "Songs und Lyrics") "Alexandra, ein Portrait in Musik", befanden sich einige, von ihr selbst verfasste Texte, wie z.B. "Mein Freund, der Baum". Ein Liedtext, der sich mit Problemen beschĂ€ftigte, die man damals noch nicht wahrnahm, Probleme deren Ausmaß man nicht hatte einschĂ€tzen können (Umweltprobleme). Man hört aber auch den tiefen Schmerz und die Sehnsucht nach dem Freund, dem Baum. Man hört die Qual, die entsteht, durch das Abreißen der schon sterbenden grĂŒnen Zweige! Hierzu schrieb Alexandra Text und Musik!


Dieses tat sie auch bei dem Wiegenlied fĂŒr den Sohn Alexander, "Mein Kind, schlaf ein", auch dieses Lied zeigt Probleme, Ängste einer Mutter, Angst vor dem Morgen, dem Erwachen. Angst einer Mutter und die seelischen GefĂŒhle und EinflĂŒsse des eigenen Kindes, aber auch die Freuden und das Nichtwissen eben dieses Kindes. TrĂ€ume und GlĂŒck liegen in diesen Worten.
"Es war einmal ein Fischer":
Es wird das Leben eines blinden MĂ€dchens geschildert, es wird der Vater besungen, der Stolz auf das schöne Kind, aber auch voller Sorge ist. Am Ende des Textes stirbt das MĂ€dchen, fĂŒr sie ist es leicht, und sie bittet den Vater, nicht zu trauern!

Ach, Vater, lieber Vater,
ich bitt Dich, weine nicht,
auf Erden ward's so dunkel,
nun ist mir ewig Licht!

Letztere erschienen aber erst nach den Tode Alexandras. Auch sang sie von vielen Liedern die deutsche Fassung, oder aber andere Texte auf schon vorhandenen Melodien.
- Akkordeon
- Was ist das Ziel
- Walzer des Sommers
- Janos von der Puszta
- Am grossen Strom
- Die ZĂ€rtlichkeit
- Zwei Gitarren
- und andere!

Dass sie Russland liebte, wusste man, hörte man an vielen Liedern, wie:
- Klingt Musik am Kaukasus (Man meint, den Fechter- und den SÀbel-Tanz sehen zu können)
- Sehnsucht (Sehnsucht nach dem Land der VĂ€ter? Der gute Zuhörer wĂŒrde dies bejahen)
- Schwarze Balalaika
- Ja lublu tebja (Ich liebe Dich)
- Erstes Morgenrot
- und viele russische Texte, wie z.B.
- Russkaja Ziganskaja pessnia, oder
- Biellaja Akazia (Weisse Akazie).
Es sind Lieder voller Wehmut, viele sagen, Alexandra habe eine slawische Seele, das stimmt gewiss, man hört dies aus vielen Liedern heraus.

Es war ihr Manager, Hans R. Beierlein, der ihr riet, nach MĂŒnchen zu ziehen. Dies tat sie dann im Herbst 1968, sie zog nach MĂŒnchen-Haidhausen, bei Nymphenburg auf die Baldurstrasse 73. Von dort konnte sie aus dem Fenster den MĂŒnchner Westfriedhof sehen. Hierher ließ sie ihren Vater ĂŒberfĂŒhren, der an einem Herzinfarkt starb. Hier wurde auch sie spĂ€ter beerdigt - Grab 101a Grabfeld 38.
Ihre Hamburger Wohnung aber behielt sie als Zufluchtsort in den Norden bei. In ihrer jetzigen Eigentumswohnung hatte sie sich ein BĂŒro eingerichtet mit einem Schreibtisch in Alt-Amerikanischem Kolonialstil und einem Klavier mit SchalldĂ€mpfer. Im Garten blĂŒhten immer viele Rosen, das war fĂŒr sie wichtig, denn sie wollte sich in ihrem Heim wohl fĂŒhlen.
Auf den Sohn Alexander passte die Grossmutter auf, wenn Alexandra unterwegs war. Alexandra, die sich immer freute, wieder zuhause zu sein, schrieb ihre Liedertexte am liebsten in einem neutralem Hotelzimmer, sie verharrte erst immer einige Minuten im Yoga-Sitz, bevor sie zu schreiben begann. Alexandra befand sich in stÀndiger Hetze, sie fuhr von Festival zu Festival, von einem Land ins andere, sie nahm soviel Angebote an, wie eben möglich.
Alexandra hatte es geschafft. Ganz Deutschland kannte sie, doch Alexandra wollte mehr, wollte ĂŒberall bekannt sein. Sie wollte, dass man den Namen Alexandra in einem Atemzug mit Gilbert Becaud, Vico Torriani, Edith Piaf nannte.
Mit Adamo machte sie eine Tournee am Rhein entlang, mit Udo JĂŒrgens an die Spree. Sie schrieb viele Liedtexte fĂŒr Udo JĂŒrgens, Salvatore Adamo, u.v.a. HierfĂŒr erhielt sie wiederum Tantiemen. Alexandra wollte viel, ohne jemals ĂŒberheblich zu sein, sie forderte es einfach von sich. Man wollte, dass Alexandra wieder filmschauspielte, doch sie lehnte ab, sie sagte, dass sie Theater spielen wĂŒrde, denn dies braucht weniger Zeit als das Schauspielern und Aufnehmen, denn sie brauchte Zeit fĂŒr ihre Musik, ihre Lieder.
Sie spielte dann aber doch fĂŒr das Fernsehen eine junge RevolutionĂ€rin in dem Dokumentarfilm - Friedrich Ebert, Geburt einer Republik -.


Dass sie ein gutes Herz hatte, und an andere dachte, zeigte sich, als sie fĂŒr das Rote Kreuz drei (mittlerweile fĂŒnf*) ihrer Lieder zur VerfĂŒgung stellte:

Lieder unserer Welt in Licht und Schatten (?? ???)
- Schwarze Engel

Lieder unserer Zeit in Licht und Schatten (88 265 Y)*
- Sehnsucht
- Die anderen waren schuld, Lieder ohne Grenzen (88 533 Y)*
- Erstes Morgenrot*

Lieder, die uns BrĂŒcken bauen (6839 001)*
- Weisst Du noch?*

* ErgĂ€nzend hinzugefĂŒgt vom Webmaster.

Anfang 1969 nahm sie in Rio de Janeiro an einem Festival teil. Hier machte Truck Branss auch Aufnahmen fĂŒr die Show - Alexandra, Ein Portrait in Musik.
Die ARD strahlte diese Show im Mai 1969 das erste Mal aus. Kurz vor ihrem tödlichen Autounfall auf der Bundesstrasse 203 in Heide "Holstein", ca. 13 km von Husum entfernt, drehte sie noch mit Ivan Rebroff und anderen die Show "Ein Hoch fĂŒr die Liebe", wo man ĂŒber Weiber, Wein und Gesang sang, es wurde viel getanzt und gelacht. Keiner ahnte, dass Alexandra nur noch wenige Tage zu leben hatte.
Einige Monate vor ihrem Tod besuchte Alexandra die gut befreundete Familie Branss. Dort unterhielt sie sich 4 Stunden lang mit Truck Branss, der dieses GesprÀch auf Tonband festhielt. Nie zuvor und auch nicht spÀter erzÀhlte Alexandra jemandem Fremden soviel von sich und aus ihrem Leben.
Alexandra war ein sehr romantisch veranlagter Mensch, sie liebte die Natur ĂŒber alles, so wie sie auch ihren Sohn liebte.
Und dann kam der 31. Juli 1969. Einen Tag zuvor war Alexandra auf Rat Ihrer Kollegen und Freunde mit einem Zug, der sie und ihr Auto transportierte, nach Hamburg gefahren (Autoverladung).
Dort ĂŒbernachtete Alexandra mit Ihrer Mutter und ihrem Sohn in ihrer Hamburger Wohnung (Rothenburgsorter Marktplatz 5).
Am nĂ€chsten Tag, Donnerstag, den 31 Juli 1969, geht es dann weiter. Wie sehr hatten sie sich alle auf diesen Urlaub gefreut. Alexander hatte endlich seine Mutter fĂŒr sich, keine Fernseh- und Studio-Auftritte wĂŒrden sie nun stören. Auch kann sich Alexandra von einer lĂ€ngeren Krankheit erholen. Endlich wird sie wieder Zeit fĂŒr ihre Familie finden, die sie doch allzu oft fĂŒr den Beruf vernachlĂ€ssigte.
Kurz vor 15.00 Uhr fahren sie noch plaudernd die B203 entlang, sie ahnen nichts von dem UnglĂŒck, dass nur wenige Minuten und einige Kilometer spĂ€ter auf sie wartet.
Wenige Minuten spĂ€ter kommt es dann zu jenem schrecklichen Unfall. Alexandra ĂŒbersah ein Halteschild und kracht frontal in den mit Steinen beladenen LKW. Kurz darauf traf die Polizei und der Krankenwagen ein.
Alexandra konnte nur noch tot aus ihrem Wagen geborgen werden, sie starb auf der Stelle, ihre Mutter wurde schwerverletzt ins nahe gelegene Krankenhaus gebracht, wo sie wenig spĂ€ter starb. Der Einzige, der dieses UnglĂŒck ĂŒberlebte, war der sechsjĂ€hrige Sohn von Alexandra, er kam mit einigen Schrammen und einem Schock ins Heidener Krankenhaus.
Kurze Zeit spĂ€ter bekam Margot Höpfner Westphal den kleinen Jungen zugesprochen (fĂŒr die Zeit, die das Vormundschaftsgericht fĂŒr eine endgĂŒltige Entscheidung brauchen wĂŒrde). Sie wollte Alexander auch adoptieren.
Doch kam dann Nikolai Nefedov aus den USA noch gerade rechtzeitig zur Beerdigung von Alexandra am 05. August 1969.


Weitere Daten:
Alexandra wurde vor ihrer internationalen Karriere als Konzertpianistin ausgebildet. Alexandra aber setzte sich fĂŒr die Musik voll ein. Viele Leute denken sofort, wenn sie den Namen "Alexandra" hören, an die tiefe und doch klare, immer etwas wehmĂŒtige, melancholische Stimme, die oft vor Sehnsucht und Traurigkeit vibrierte, die aber auch ab und zu pulsiv klang, wie zum Beispiel in:
- Hereinspaziert, oder
- Der grosse Clown" - es wird der traurige Lebenslauf eines alternden Clowns geschildert
- Tanz alter TanzbÀr
- Was ist das Ziel? - ein Lied, das uns die Frage zum und vom Sinn des Lebens stellt, dass doch oft so leer und trĂŒbe ist
- Janos von der Puszta, und das
- Lied vom Fliegen
Alexandra glaubte an das, was sie sang, sie hĂ€tte niemals etwas gesungen, was nicht zu ihr gepasst hĂ€tte, sie sang das, was sie fĂŒhlte, was sie dachte, was sie glaubte.
Alexandra war ein Mensch, der offen sagte, was er wollte, oder was nicht. Einiges aus Alexandras Leben ist noch nicht gelöst, wird wohl auch nie gelöst werden können.
Wie z.B. die Sache mit ihrem Testament, in dem sie bestimmte, auf dem MĂŒnchner Westfriedhof begraben zu werden. Die Gruften fĂŒr sich und die Mutter waren schon bestellt. Ebenso stand in dem Testament:
"Meine Mutter soll alles erben, sie kenne ich mein ganzes Leben. Nach ihr soll Sascha erben."
Dann ging es in den Urlaub, aus dem es fĂŒr Valeska Treitz und Doris Nefedov kein zurĂŒck mehr gab. Auch schloss sie zwei Lebensversicherungen ab, von denen aber nur eine ausgezahlt wurde.
Doch am 31. Juli 1969 endeten alle TrÀume und ZukunftsplÀne der SchlagersÀngerin Alexandra jÀh. Kurz vor ihrem Urlaubsziel Sylt kam es zu diesem schrecklichen Unfall, den viele Menschen nie vergessen werden.
Wie beispielsweise jener LKW-Fahrer, mit dem Alexandra damals in ihrem neuen Mercedes CoupĂ© 220 SE Baujahr 58, "dem schönsten Wagen der Welt", welchen sie sich fĂŒr viel Geld wieder neu herrichten ließ, zusammenstieß, und dies nur, weil sie einige Sekunden unachtsam war und ein Stop-Schild ĂŒbersah.
Vergessen wird diese SĂ€ngerin bestimmt auch nicht von jenem Polizisten, der sie tot aus den TrĂŒmmern ihres Traumautos holte.
Aber auch dem Sohn und ihren Fans wird sie immer in Erinnerung bleiben. Seit ihrem Tod wurden mehr Alexandra-Platten verkauft als zu ihren Lebzeiten. Was damals niemand fĂŒr möglich hielt, trat ein, Alexandra-Fans, Radio-Sender, usw., blieben der SĂ€ngerin treu - von der viele behaupteten, sie wĂ€re ein weiblicher Udo JĂŒrgens - dies aber wies sie weit von sich, sie war Alexandra und wollte mit niemandem verglichen werden. Dies alles wird es sein, dass ihre Stimme ĂŒberlebte und siegte! Deshalb holte Fred Weyrich das Tonband hervor, auf dem sie ohne Orchesterbegleitung sang. 12 dieser noch vollkommen unbekannten Texte kamen auf die GedĂ€chtnis-LP "Alexandra Unvergessen". Sie erschien um 1970 bei der Phonogram. Bewiesen haben dies aber auch ihre Fernsehauftritte, die noch einmal gezeigt wurden.
Am 14. Juli 1969 Alexandra - Ein Portrait in Musik (ARD) Truck Branss
am 19. Feb. 1972 Auf ihren Wunsch (ARD)
am 15. Aug. 1977 Wer war Alexandra? (ARD)
Regisseur der Sendung "Wer war Alexandra?" war der Sohn ihres Entdeckers Fred Weyrich - Pit Weyrich -.


Eine neue Alexandra-Welle brach aus. Wieder wurde der Schlager Zigeunerjunge fĂŒr viele zum Ohrwurm. Dieses aber bewiesen auch ihre PlattenumsĂ€tze. Die LP
- Stimme der Sehnsucht, Die Alexandra-Story -
wurde im Juli 1978 vergoldet, es wurden ca. 260.000 Exemplare verkauft. Alexander durfte am 29 Juli 1978 die goldene LP im "Namen" seiner vom Publikum unvergessenen Mutter entgegennehmen. Ihre Stimme aber wird immer weiterleben und die Zeit ĂŒberdauern. Wenn sie singt, steht fĂŒr Minuten die Zeit still. Das beweist aber auch das Doppelalbum
- Star und Stimme - Alexandra -
Es erschien im Dezember 1980 bei Polystar. Dies bewies aber auch der Rundfunk. WDR + NDR1 hatten vom 29. MĂ€rz 1982 bis zum 04. April 1982 Alexandra als Erinnerungsstar der Woche. TĂ€glich gab es in der Sendung (Hörfunk) "Gut aufgelegt" von 12.05 - 12.50 Uhr in den letzten 15 Minuten ein Wiederhören mit Alexandra. Daran merkt man, dass die Wahlhamburgerin, bzw. WahlmĂŒnchnerin, im Herzen ihres Publikums, ihrer Fans, Freunde und Verwandte, ganz besonders aber im Herzen ihres Sohnes, immer in guter Erinnerung und unvergessen bleibt.

Mit den besten GrĂŒĂŸen,
Ihre Yvonne Ziegler.