Beitragsseiten

Am 26. Juni 1963 brachte sie ihren Sohn Alexander zur Welt, den sie immer zÀrtlich "Sascha" nannte. Als Alexander nach russisch orthodoxem Ritus getauft wurde (Taufmutter war Antonia Ortel, eine gute Bekannte der Familie), kriselte es bereits in der Ehe seiner Eltern. Nach gut einem Jahr Ehe bittet Doris 1963 ihren Ehemann um die Scheidung. Nikolai sagte nach der Scheidung: "Doris war ruhelos, wollte Erfolg." Er sagte auch, dass ein Exilrusse, dessen Frau weglÀuft, der einsamste Mensch auf der Welt sei.
Nach der Scheidung behielt Alexandra ihren Sohn und den Namen Nefedov. Sie lebte jetzt wieder mit ihrer Mutter zusammen, arbeitete als Angestellte einer Autovermittlung. Nach Dienstschluss um 17.00 Uhr besuchte sie die Margot Höpfner {Westphal} Schauspielschule. Bei Peter Anders junior nahm sie Gesangsunterricht. Doris wurde zur OpernsĂ€ngerin ausgebildet, doch sie hielt sich fĂŒr eine solche nicht geeignet, sie wollte lieber etwas Ruhigeres singen, was zu ihr passe und ihrem Wesen entsprĂ€che. Auch ließ sich Doris im Fechten und Mimik ausbilden. Lernte bei Margot Höpfner KostĂŒmkunde, richtige Atem- und Sprech-Technik, einfach alles, was eine spĂ€tere Schauspielerin wissen muss.
Sie spielte in NeumĂŒnster (bei Hamburg und Kiel) sechs Wochen lang Theater in dem StĂŒck "Die KĂ€fige". Auch spielte sie mal das Gretchen in Faust.
In NeumĂŒnster erhĂ€lt sie auch von einem Bekannten per Telefon die Nachricht, dass der Plattenproduzent Fred Weyrich Nachwuchstalente suche, sie könne doch so schön zur Gitarre singen und ob sie es nicht einmal versuchen wolle!? Doris nahm ihre Gitarre und fuhr skeptisch nach Hamburg. Dort sang sie Fred Weyrich ein halbe Nacht lang auf russisch, hebrĂ€isch, italienisch, französisch, englisch und auf deutsch vor. Fred Weyrich nahm diese meist von Doris geschriebenen und selbst komponierten Lieder, die sie nur in Gitarrenbegleitung sang, auf und verwendete diese aber erst nach ihrem Tod. Als Doris am nĂ€chsten Tag zurĂŒckfuhr, steckte in ihrer Handtasche ein 5-Jahresvertrag mit der Phonogram.
Hansi J. Hoffmann arbeitete 30 Monate als Werbe-Fotograf an ihrer Seite. Dies waren zweieinhalb turbulente Jahre mit Alexandra. In denen er Doris Alexandra kennen und schÀtzen lernte. Er sagte spÀter, wie auch andere Kollegen, von ihr: "Alexandra brauchte Zeit zum Vertrauen, fand sie es, öffnete sie ihr Herz."
Sie konnte leise weinen und klug Rat suchen. Sie war kumpelhaft und freundlich, sie lachte und scherzte viel, konnte aber auch im nĂ€chsten Augenblick sehr nachdenklich, fast melancholisch sein. Doch sie besaß auch andere starke Charaktereigenschaften, sie war von Grund auf ehrlich und hasste es, wenn man log. Sie sagte jedem ehrlich und sofort ihre Meinung, egal wie und worĂŒber.
FrĂŒher, das war bis 1967 bzw. 1968, musste sie sich oft ĂŒberlegen, ob sie in einem CafĂ© Kakao trinken und zu Fuß nach Hause gehen oder mit dem Bus fahren sollte. FĂŒr Beides reicht oft ihr (privates) Geld nicht aus.